Die Aufgabe: die Schwinge mitsamt geschlossener Kette ausbauen und in andere ZRX verpflanzen. Tausch zw. zwei Motorrädern
Teilaufgabe: das Ritzel ausbauen, um es mit "seiner" Kette zu verpflanzen. Schlagschrauber möchte ich gegen das Wälzlager im Getriebe nicht ansetzen.
ZRX #1: den Hinweis des WHB übersehen, dass die Fussbremse zu treten sei, damit die Kette blockiert und man dann die Ritzelmutter losschrauben kann. Leider verfrühte Demontage von Hinterrad und gesamter Bremse am Rad, Bremsflüssigkeit hinten abgelassen. Was nun?
Lösung #1: Kette blockieren durch Einstecken von Rundstahl D=6mm in einen Zwischenraum von Kettenglieder und Durchstecken des Rundstahl in das Loch des linken Kettenspannerklemmbolzen. 5mm Zwischenraumdistanz gibt es abwechselnd mit 6mm - 5mm sind m.E. zu vermeiden.
Durchführung: Nuss, Verlängerung, Hebel plus Wasserrohr L>1000mm, dann gegen Uhrzeigersinn. Mutter wird gelöst.
Nachteil: in der Schwinge hinterlässt der Rundstahl eine kleine Delle im Alu. Schwing weiterhin nutzbar.
ZRX #2: dieses Mal den Hinweis des WHB BEFOLGT, dass die Fussbremse zu treten sei. Leider versagt das hier, Rad tret zusammen mit dem Motor durch. Was nun?
Die Lösung mit dem Rundstahl belastet ein Kettenglied mit dem ganzen Lösemoment der widerspenstigen Ritzelmutter. Die Kette soll aber am anderen Motorrad weiterverwendet werden und muss intakt bleiben.
Lösung #2 nach diversen anderen Versuchen u.a. mit geteiltem Kettenrad einer W650 (Kette sprang über die Zähne): Kette blockieren durch Schaffen einer (Ketten-)Schlinge um einen Winkelstahl, der mit Schrauben M10x80mm (von Hornbach, jene mit Gewinde über die gesamte Länge) in den Gewinden der Kettenspannerklemmbolzen. Eine Schraube M6 mit leicht angezogener Mutter (!) schliesst die Kettenschlinge.
Durchführung: Nuss, Verlängerung, Hebel plus Wasserrohr L>1000mm, dann gegen Uhrzeigersinn. Mutter wird gelöst. Grösste Erleichterung zum Rentner-Feierabend.
Nachteil: Sonderwerkzeug Winkelstahl muss angefertigt werden, sind aber nur zwei Durchgangsbohrungen D=11mm. Zustand Kette unbekannt; aber keine sichtbaren Schäden.
Ritzel; Montagerichtung: der kleine Durchmesser zeigt zum Getriebe. Unverständlicherweise sind Herstellerkennzeichen und Zähnezahl im montierten Zustand nicht sichtbar.
Ich wüsste zu gern, wer wie die Muttern angezogen hat. #2 war schlicht furchtbar. Ich drückte mit einem Bein auf das lange Wasserrohr. OK, das mögen 20kg Körpergewicht und Hebelarm 1m gewesen sein. Das wären dann = 200N x 1m = 200Nm gewesen sein. Grob das doppelte des Anzugsmomentes lt. WHB.
Sicherungslack oder Kleber fand ich nicht. Korrosion auch nicht.
Ich kenne immerhin den Vertragshändler im Nordwesen von BaWü und muss da auch nicht mehr hin. Möge dem Muskelmann das Bier ausgehen.