Moin zusammen, bevor ich selbst vergesse - ist jetzt schon eine Weile her - beschreibe ich kurz die Auflösung des Rätsels. Das Problem war der Leistungsverlust bei Überhitzung des Motors um gefühlt 50% im Betrieb bei Verkehrsstau (typischerweise auf der Autobahn, aber auch im Feierabendverkehr in der Großstadt). Dazu addierte sich später das Ausgehen des Motors beim Runterschalten (in der Zufahrt auf Kreuzungen und rote Ampeln). Meine Werkstatt hatte alles mögliche untersucht und nichts gefunden. Der Kawasaki-Kundendienst wurde hinzugezogen und der W800-Spezialist Bruno Dötsch ebenfalls. Ergebnis: keine Idee zur Lösung des Themas. Ich stand kurz vor der Entscheidung, mir rechts und links je einen Kühlerventilator auf den Motorschutzbügel zu schrauben, den ich per Handschaltung im Stau dann zuschalte. Parallel zu dieser leidigen Geschichte hatte ich beide Motorschutzdeckel wegen Rostentwicklung in der oberen Bohrung reklamiert. Diese kleine Lappalie war nach der ersten großen Inspektion auffällig geworden, weil der linke Seitendeckel nicht mehr richtig stramm am Stahlrahmen saß, und diese paar Millimeter Abstand nach außen hin dazu führten, dass der Kunststoff-Klemmzapfen, der den Seitendeckel oben in Position hält, nicht mehr verwendet werden konnte - der Zapfen geriet dermaßen unter Spannung, dass er den Kräften nicht standhielt und von allein aus seiner Position geschoben wurde. Ich habe dann die Situation mit Kabelbinder provisorisch behoben. Es dauerte Monate, bis die neuen Seitendeckel dann endlich in der Werkstatt ankamen. Ich also hin, damit wenigstens dieses Thema erledigt würde, wenn schon das Hauptproblem ungelöst blieb. Der Werkstatt habe ich dabei noch einmal aufgegeben, zunächst die Einbauten "hinter" dem linken Seitendeckel in ordentliche Position zu bringen, denn genau diese waren ja der Grund, weshalb der Deckel nicht dicht genug an die Rahmenrohre herangeführt werden konnte. Was verbirgt sich hinter den Seitendeckeln? Genau, die Luftfilter. Und die bestehen bei der W800 aus 2 Teilen: ein Teil rechts unter dem Seitendeckel und ein zweites Teil unter dem linken Seitendeckel. Beide Teile werden in Rahmenmitte zu einem Gesamtteil durch Stecken zusammengefügt. Das Ergebnis ist ein Luftfilter mit einer gemeinsamen Luftansaugöffnung und zwei Ausgängen in Richtung Zylinder. Meine Annahme für das Problem der nicht ordentlichen Platzierbarkeit des linken Seitendeckels: die Luftfilterteile waren bei der viele Monate zurückliegenden Wartung nicht richtig zusammengesteckt. Deshalb ragte das linke Teil zu weit heraus. Langer Rede kurzer Sinn: die Werkstatt hat die Filterposition korrigiert und dann die neuen Seitendeckel ordnungsgemäß montiert. Der kleine Kunststoff-Haltezapfen hält wieder. Thema erledigt. Aber es zeigte sich bereits auf den ersten Metern der Heimfahrt noch etwas Bemerkenswertes: die Drehzahl, die ich über die letzten Monate bei 100 km/h im 5.Gang mit 4.000 U/min eingespeichert hatte, lag jetzt nur noch bei 3.600 U/min. Aha, das war also nicht nur das "Problem Seitendeckel" sondern auch das Problem Motorleistung! Seit der ersten großen Inspektion waren zwischenzeitlich mehr als 10.000 km Fahrleistung verlaufen, und in der ganzen Zeit hat der Motor Falschluft gezogen. Er ist dadurch heißer geworden und hat mehr Sprit verbraucht (ich führe zum Benzinverbrauch bis heute Buch). Im Stau hat das dann offensichtlich dazu geführt, dass wegen Überhitzung einer der beiden Zylinder irgendein Problem kreiert hat, und es kam zum Leistungseinbruch. Genau hat bis heute niemand aufklären können, was da genau passiert ist. Unklar ist auch, ob der Motor dabei einen bleibenden Schaden genommen hat. Der Kawasaki Deutschland-Kundendienst hat erklärt, in der Software sei kein Abschalten eines Zylinders bei Übertemperatur programmiert. Diese Unschärfe in der Fehleranalyse bleibt also. Sehr zum Szenario passend fand dann die neue Werkstatt (von der bisherigen hatte ich jetzt genug...) innerhalb eines Tages heraus, dass das Problem mit dem ausgehenden Motor beim Runterschalten durch das Drosselklappengehäuse verursacht wird. Irgend´was darin macht nicht mehr das, was es soll - vermutlich durch Verschmutzung. Das Teil kostet über 1600€. Kawasaki hat aus Goodwill den Preis um 50% nachgelassen. Mit dem neuen Teil bin ich jetzt gut 12.000 km unterwegs. Absterben des Motors vorm Runterschalten gibt es seitdem nicht mehr. Der Leistungsverlust bei Stau ist ebenfalls Geschichte. Die Maschine fährt wieder wie am 1.Tag. // Fazit: irgendein Werkstatt-Kollege hat bei der 1.großen Inspektion den Luftfilter nicht wieder richtig zusammengesteckt. Dadurch bedingt zog der Motor Falschluft und hat bei Stausituationen überhitzt. Wegen der Falschluft wurde in Teilen ungefilterte Luft angesaugt. Das Drosselklappengehäuse ist über die Zeit verdreckt (Staub + Insekten), und der Motor hat dadurch jede Menge Fehlzündungen produziert und ist beim Runterschalten ausgegangen. Kleine Ursache, große Wirkung... // frohe Weihnachten
Beiträge von FrankP
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Stammtische: KawasakiS NRW 17.01. in Willich
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Moin zusammen, meine W800 hat in diesem Jahr schon mehrfach bei Autobahnfahrten mit anschließendem stop-and-go (längerer Stau) einen signifikanten Leistungsverlust produziert - so als wäre von den 2 Zylindern nur noch einer in Betrieb. Die Höchstgeschwindigkeit in dieser Phase liegt bei 80..95 km/h. Nach einer mehrminütigen Abkühlpause oder längerer verhaltener Fahrt tut sie dann so, als wäre nichts gewesen. Die alte Leistung steht wieder zur Verfügung.
Meine Werkstatt hat wochenlang daran herumgedoktert, um den Fehler zu finden - vergeblich. Meine Theorie ist jetzt folgende: de facto verfügt die W800 über einen Sensor zur Erfassung der "Motortemperatur" und wertet diese in der Steuereinheit aus. Doch wozu? (konnte bisher niemand überzeugend erklären). Meine Vermutung ist, dass der gemessene Wert mit einem fest programmierten Grenzwert verglichen wird. Bei Überschreitung des Grenzwerts wird die Treibstoffzufuhr gedrosselt, um ein schadenverursachendes Temperaturniveau im Motor zu vermeiden. Annahme: in die Zylinder wird nur bei jedem zweiten Kolbenhub Treibstoffgemisch zugeführt. Das würde im Ergebnis eine etwa halbierte Motorleistung bedeuten - und genau so fühlt es sich auch an.
Gibt es unter Euch jemanden, der weiß, ob das so ist?
Vielleicht gibt es auch Kollegen aus der W800-Fraktion, die zwar wie ich nichts wissen, aber zumindest den beschriebenen Effekt ebenfalls kennen - und die Kommentare ihrer dazu von ihrer jeweiligen Werkstatt // ich freu' mich auf Rückmeldung - danke
FrankP
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Gut, dann lass' ich's mal drauf ankommen... / danke
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meine W800 ist Bj 2022, also Euro5 und hat Einspritzanlage statt Vergaser
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Hallo, die W800 hat einen Tankinhalt von 15 Litern. Nach Verbrauch von ca. 8,5 Litern leuchtet die Tankwarnleuchte auf und die km-Anzeige wird ausgeblendet bzw. überschrieben mit dem Wort "Fuel". Es sind also noch rund 6 Liter Sprit im Tank. Bei einem mittleren Verbrauch von ca. 4,5 L/100km reicht das also noch für gut 130km. Nur schade, dass eine Orientierung am km-Zähler nicht möglich ist, da - wie vor beschrieben - der km-Stand nicht mehr angezeigt wird. (der unergründliche Ratschluss der Kawa-Ingenieure hinter dieser Programmiermaßnahme bleibt wohl auf ewig ein Geheimnis)
Also eher ängstliches Fahren mit zu frühen Tankstopps (meist bei 11 Liter). Meine Frage in die Runde: weiß jemand (gemeint ist Wissen, nicht Vermutung...), was passiert, wenn der Tank mal richtig leer gesaugt wird? Reicht es dann, am Straßenrand auszurollen, die 1Liter-Reserveflasche einzufüllen, starten, wieder los? Oder stehen jetzt zunächst einmal (nirgendwo beschriebene), werkzeugbedürftige Entlüftungsarbeiten o.ä. an?
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ja, Schönheit ist Teil des Problems und will auch berücksichtigt sein. Aber ich fahre auch im Winter, bei Regen, bei Nacht, auf der Autobahn und in der Großstadt. Nicht aufzufallen, ist bei solchen Verhältnissen u.U. ein schlechter Plan. Die Werksblinker abbauen und durch andere LED-Blinker zu ersetzen, die mit Positionslicht gekoppelt sind, wäre eine einfache Sache, wenn es denn Adapterstücke zu den Blinkerhaltern gäbe, so wie das für andere übliche Straßenmotorräder allerorten zu finden ist - aber nicht für die W800... / irgendwann werde ich dazu eine Lösung finden und dann dazu berichten.
Danke für die freundliche Begrüßung / FrankP
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Hallo Ralf, nein - die Touren zu zweit sind nicht all zu weit. Gut daran ist, dass mein neues Hobby auch ihre Zustimmung findet. So bleibt der häusliche Segen erhalten... / vor dem Kaufentscheid gab 's Probesitzen. Auf der (Wunsch-)Vulcan saß sie schlecht; dann kamen Triumph Bonneville und eben die W800 (alles mit erhöhtem Soziussitz schied aus). Vernunftsgründe für ein museales, luftgekühltes - also leistungsschwaches - Motorrad gibt es nicht. Aber was beim Thema Motorrad wird schon aus Vernunftsgründen entschieden?
Zur eigentlichen Frage: ich möchte mich im Straßenverkehr sichtbarer machen (wurde bereits "übersehen"). Dabei denke ich an 2 Front-Positionslichter. Habe bereits viele Stunden Internetrecherche damit zugebracht (bei den üblichen Verdächtigen: Kellermann, Highsider, Motea, Louis + Co). Aber unter den Gesichtspunkten Charaktererhalt des Motorrads und der konkreten Kabelverlegung habe ich bisher nichts Überzeugendes gefunden.
Gruß, Frank
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Hallo,
ein Norddeutscher aus Lüneburg als neues Mitglied.
Ist seit Sommer im Ruhestand (Ingenieur für Haustechnik), hat 1975 Führerschein gemacht und seit dem nie wieder auf 'nem Mopped gesessen.
Fährt seit Febr eine W800 (2022) und strahlt still vor sich hin. Und meine Frau sitzt hinten drauf.
W800 wird gern verkauft, aber dann erlischt auch das Interesse (nur minimal wenig Zubehör aus der Zubehörindustrie). Würde mich freuen, wenn es hier auch andere "W800er" gibt, mit denen man sich austauschen kann.
{Und Badminton ist 2.Leidenschaft}
So viel für heute
FrankP