Hallo allerseits,
nach drei Monaten und schöner KM-Schnapszahl wird es langsam Zeit für einen ersten Erfahrungsbericht aus dem neuen Kawasaki-Leben.
Gekauft habe ich die Z900RS SE im Juni dieses Jahres und auch gleich mit einigen Zubehörteilen verfeinert. Hauptständer war für mich unumgänglich und dazu kamen noch Heizgriffe, Gepäckträger (Hepco) und die originale Kawasaki-Scheibe. Letztere schlicht in schwarz, obwohl man aufgrund des Preises schon eine Blattgoldbeschichtung hätte erwarten können. Aber sie gefiel mir halt besser als die Scheiben aus dem Zubehörhandel. Grundsätzlich sind die Preise für das Zubehör schon recht sportlich.
Es war auch nicht alles sofort lieferbar. Auf die Heizgriffe mußte ich z. B. über zwei Monate warten. Gut, dass es Sommer war.
Auch eine Halterung für mein altes, kleines Garmin-Navi mußte noch dran, und dann konnte es richtig losgehen.
Nach den ersten inzwischen 8.000 km muss ich sagen, sie hat meine Erwartungen voll erfüllt.
Der Motor ist allererste Sahne und macht Spaß in allen Lebens- und Drehzahllagen. Wobei ich allerdings, wohl altersbedingt und auch aus Rücksichtnahme auf meine Sozia, die fast immer dabei ist, die unteren und mittleren Drehzahlen bevorzuge. Mit dem sich dem daraus ergebenen Benzinverbrauch von 4,7 l kann ich gut leben.
Das ist der tatsächliche Verbrauch. Angezeigt werden dabei 5,0 l.
Wenn man unbedingt etwas am Motor bemängeln wollte, so ist es ein ganz leichtes Konstantfahrruckeln bei ca. 2.500 Umdrehungen, das wohl auch bei älteren Jahrgängen kritisiert wurde.
Es ist hier aber sehr gering, mehr ein Schönheitsfehler.
Die Schaltung ist sehr gut, auch der Quickshifter funktioniert wie er soll. Besser übrigens als bei der Vorführmaschine, die ich vor dem Kauf gefahren habe. Da blockierte die Schaltung einige Male beim Runterschalten.
Ganz kleiner Fehler: Der Leerlauf möchte manchmal etwas gebeten werden, bis er sich einfindet. Bei warmem Motor wird es besser, aber nicht perfekt.
Am Fahrverhalten habe ich nichts zu mäkeln. An den Dämpfereinstellungen habe ich bislang nichts verändert, nur die Federvorspannung etwas an den Soziusbetrieb angepasst.
Nachteilig auf die Schräglagenfreiheit wirkt sich allerdings der Hauptständer aus. Um ein Aufsetzen und Aushebeln durch den Ständer zu vermeiden, wurden beim Anbau gleich etwas längere Angstnippel montiert. Wußte ich nicht. Hat mir die Kawa dann irgendwann lautstark mitgeteilt.
Stört mich allerdings nicht sehr, ich kann damit leben. Sehr sportliche Fahrer sollten das allerdings bedenken.
Die originalen Dunlop-Reifen sind gar nicht schlecht. Trotzdem werde ich beim nächsten Mal wohl Contis nehmen, mit denen ich bisher sehr gute Erfahrungen auf mehreren Motorrädern gemacht habe.
Etwas seltsam fand ich allerdings die Profiltiefe am Vorderrad.
Unter 4 mm bei einem Neureifen sind mehr als sparsam!
Ein kleiner Minuspunkt ist der Seitenständer. Er ist definitiv zu lang, sodaß man schon aufpassen muss, wo man parkt.
Sicherheitshalber war schon einige Male den Hauptständer sinnvoller. Außerdem ist er am Ende zu viel dünn. Parken auf feuchter Wiese ist nicht empfehlenswert. Eine Verbreiterung aus dem Zubehör ist angebracht, macht ihn aber natürlich noch einige mm länger.
Am Sitzkomfort habe ich nichts auszusetzen. Für mich, 180cm, 80kg, passt alles. Dass mir nach zwei Stunden der Allerwerteste weh tut, liegt wohl mehr an mir, habe ich bei allen Motorrädern.
Für die beste aller Mitfahrerinnen habe ich den Komfort noch etwas verbessert, indem ich die Soziusfussrasten um 25 mm nach unten verlegt habe. Die nicht mehr ganz jugendlichen Knie haben es gedankt.
Wenn es da Reklamationen vom Rücksitz gibt, ist das sehr empfehlenswert. Gibt es im Zubehörhandel mit ABE.
Fehlfunktionen gab es bislang nur eine:
Der Tempomat funktionierte nicht richtig. Er reagierte zwar auf jede Eingabe, brauchte aber immer rd. 10 Sekunden, um sie umzusetzen.
Geht natürlich nicht.
Etwas Recherche im Internet brachte aber die Lösung.
Der Kupplungshebel war zu stramm eingestellt, ohne Spiel.
Dadurch hat offenbar der Kupplungsschalter nicht richtig ausgelöst und ohne den funktioniert auch der Tempomat nicht mehr korrekt.
Kleine Ursache, große Wirkung.
Kupplungsspiel minimal vergrößert: Alles perfekt.
Hätte ich natürlich auch vorher merken können, aber...
Ein Wort zur Verarbeitung: Sie ist makellos, kein Fehler festzustellen.
Ein Unding springt allerdings ins Auge: USB-Steckdosen gibt es an vielen Motorrädern im unauffälligen Mini-Mini-Format.
Man muss dazu kein Gehäuse in der Größe eines Bremsflüssigkeitsbehälters anbauen! Das Ding hat wohl der Hausmeister bei Kawasaki konstruiert!
Mehr gibt es aber nicht zu meckern.
Fazit:
Für mich ein tolles Motorrad, das auch fast jeden Tag von anderen aufgrund des wunderschönen Aussehens bewundert wird.
Ich kann es nur sehr empfehlen und würde es jederzeit wieder kaufen.
Hoffen wir mal, dass alles so bleibt.
LG
Burkhard